Teilprojekt Praktische Theologie: „Kirchliche Praxisvollzüge als performative Akte religiöser Positionierung im Horizont pluraler Deutungskulturen“ (Prof. Dr. Ursula Roth, Mitarbeiterin Anne Gilly)

Projektposter

Kurzbeschreibung

Eine Bestimmung des eigenen Standpunktes im Kontext einer weltanschaulich-religiös pluralen Gesellschaft erfolgt von Seiten religiöser Institutionen nicht nur durch theologische Reflexion, sondern auch im Vollzug der religiösen Praxis. Das Teilprojekt zielt darauf, ausgewählte Praxisvollzüge im protestantischen Bereich als solche zu rekonstruieren, mittels derer sich Kirche im religiös-weltanschaulich pluralen Kontext verortet.

Das Projekt knüpft an das gegenwärtige praktisch-theologische Interesse am Öffentlichkeitsaspekt kirchlicher Praxis an und verleiht diesem zugleich eine spezifische Frageperspektive. Dabei steht nicht die Intentionen der Akteure oder die Wirkungen auf die Gesellschaft im Vordergrund, sondern der im Praxisvollzug selbst vorgenommene Akt der religiösen Positionierung. Auf der Grundlage kulturwissenschaftlich und perfomanztheoretisch fundierter Untersuchungen gilt es Muster kirchlicher Positionierung herauszuarbeiten, zu kategorisieren und daraufhin zu befragen, in welcher Weise jeweils der Geltungsanspruch christlicher Wirklichkeitsdeutung im Verhältnis zu den Geltungsansprüchen anderer Welt- und Wirklichkeitsdeutungen zu stehen kommt.